31.07.2026 – Sanierung und Modernisierung: Vom Bestand zur Neuvermietung

Nach der Entrümpelung war die Wohnung erstmals vollständig sichtbar. Jetzt begann die eigentliche Planungsphase: Welche Arbeiten sind wirklich notwendig, welche Maßnahmen rechnen sich wirtschaftlich und welche Handwerker können die Arbeiten zuverlässig ausführen?

Bestandsaufnahme und Leistungsverzeichnis

Der erste Schritt bestand darin, alle erforderlichen Arbeiten zu erfassen und daraus ein detailliertes Leistungsverzeichnis zu erstellen. Gerade bei einer umfassenden Renovierung ist eine saubere Planung wichtig, um Angebote vergleichbar zu machen und spätere Überraschungen zu vermeiden.

Parallel dazu mussten Termine mit verschiedenen Handwerksbetrieben koordiniert werden, damit diese die Wohnung besichtigen und auf dieser Grundlage Angebote erstellen konnten.

Die Suche nach Handwerkern

Die Suche nach geeigneten Handwerkern gestaltete sich schwieriger als erwartet.

Zunächst wurden Anfragen über myhammer.de gestellt. Die Resonanz war überschaubar und führte nicht zu den erhofften belastbaren Angeboten.

Anschließend wurde im eigenen Immobiliennetzwerk nach Empfehlungen gefragt. Auch hier hielten sich die Rückmeldungen in Grenzen.

Am erfolgreichsten war letztlich der klassische Weg: Empfehlungen durch die Hausverwaltung und den Hausmeister. Über diese Kontakte konnten konkrete Handwerksbetriebe gefunden werden, die bereit waren, die Wohnung zu besichtigen und Angebote zu erstellen.

Welche Maßnahmen standen zur Diskussion?

Angebote wurden insbesondere für folgende Gewerke eingeholt:

  • Elektrik
  • Badsanierung inklusive Wasserzu- und Ableitungen
  • Allround-Handwerker für die abschließenden Ausbauarbeiten

Die Badsanierung

Schnell wurde deutlich, dass eine vollständige Erneuerung des Badezimmers wirtschaftlich nur schwer darstellbar ist.

Zwar hätte eine komplette Modernisierung sicherlich zu einem optisch ansprechenden Ergebnis geführt, die dafür erforderliche Investition hätte sich jedoch nach meiner Einschätzung nicht innerhalb eines akzeptablen Zeitraums amortisiert.

Daher wurde die vollständige Badsanierung frühzeitig verworfen und stattdessen nach einer wirtschaftlicheren Lösung gesucht.

Die Elektrik

Bei der Elektrik bestand dagegen Handlungsbedarf. Die bestehende Installation entsprach mit ihrer zweiadrigen Ausführung nicht mehr dem heutigen Standard und sollte deshalb vollständig erneuert werden.

Insgesamt wurden drei Angebote eingeholt.

Interessanterweise schlugen ein Elektriker vor, sämtliche Decken abzuhängen. Dadurch sollten aufwendige Stemmarbeiten in den Stahlbetondecken vermieden werden und die Leitungsführung vereinfacht werden.

Auf den ersten Blick klang dieser Ansatz durchaus attraktiv. Allerdings hätte das erhebliche Zusatzkosten verursacht und gleichzeitig die Raumhöhe reduziert.

Ein Elektriker ist im Angebot davon ausgegangen, dass die Arbeiten in Ziegelmauerwerk erfolgen. Er hat nicht angegeben, was bei anderen Materialien für Kosten enstehen.

Die abschließenden Arbeiten

Auch bei den Angeboten der Allround-Handwerker gab es erhebliche Unterschiede.

Teilweise lagen die Preisvorstellungen weit auseinander. Besonders auffällig waren die Kosten für das komplette Abhängen der Decken. Allein dieser einzelne Arbeitsschritt wurde teilweise mit rund 6.000 Euro netto kalkuliert.

Diese Erfahrung zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, mehrere Angebote einzuholen und verschiedene Lösungswege miteinander zu vergleichen.

Die Entscheidung

Letztendlich fiel die Entscheidung auf ein Unternehmen, das sämtliche erforderlichen Leistungen aus einer Hand anbieten konnte.

Dadurch entfielen zahlreiche Schnittstellen zwischen verschiedenen Gewerken, Terminabstimmungen wurden deutlich einfacher und die Verantwortung für die Ausführung lag bei einem einzigen Ansprechpartner.

Das beauftragte Leistungsverzeichnis

Folgende Arbeiten wurden schließlich beauftragt:

Rückbau

  • Entfernung aller Tapeten
  • Entfernung des Teppichbodens im Kinderzimmer
  • Entfernung des Laminatbodens einschließlich des darunterliegenden Teppichs
  • Ausbau sämtlicher Zimmertüren
  • Entfernung des Fliesenspiegels in der Küche

Elektrik

  • Komplette Erneuerung der Elektroinstallation auf aktuellen Standard
  • Prüfung der vorhandenen elektrischen Fußbodenheizung
  • Integration neuer Thermostate in das Schalterprogramm bei funktionierender Fußbodenheizung
  • Alternativ Vorbereitung für eine Infrarotheizung als Ersatzlösung (nicht Bestandteil des Auftrags)

Wand- und Deckenarbeiten

  • Spachtelarbeiten
  • Anbringen von Malervlies an Wänden und Decken

Badezimmer und WC

  • Aufarbeitung der vorhandenen Fliesen durch Fliesenlackierung
  • Verlegung eines Vinylbodens im Bad
  • Einbindung der elektrischen Fußbodenheizung

Bodenbeläge

  • Neuer Laminatboden im Kinderzimmer
  • Neuer Laminatboden im Schlafzimmer
  • Verlegung jeweils als schwimmender Boden
  • Montage neuer Sockelleisten

Türen

  • Neue weiße Zimmertüren mit Zargen
  • Ausnahme: Küchentür, diese wird bei Bedarf auf Wunsch eines zukünftigen Mieters nachgerüstet
  • Neue Wohnungseingangstür in Weiß

Küche

  • Aufbau und Anschluss der bereits bestellten Küchenzeile

Abschlussarbeiten

  • Komplette Endreinigung
  • Sämtliche Materialien
  • Entsorgung aller anfallenden Abfälle

Ausblick

Mit der Auftragsvergabe war die Planungsphase abgeschlossen. Nun kann die eigentliche Umsetzung beginnen.

Im nächsten Beitrag zeige ich die ersten Arbeiten auf der Baustelle. Sollte es Überraschungen hinter Tapeten und Bodenbelägen geben, werde ich davon berichten. Abweichungen vom Plan werden auch aufgezeigt, um bei zukünftigen Renovierungen vorbereitet zu sein.