Nachdem die rechtlichen Fragen geklärt waren und die Wohnung übernommen werden konnte, stand der nächste große Schritt an: die Räumung des gesamten Hausstands.
Die erste Schätzung
Über die Hausverwaltung konnte schnell ein Entrümpelungsunternehmen vermittelt werden. Nach einer ersten Besichtigung fiel die Einschätzung deutlich aus: Rund 120 Arbeitsstunden plus die Kosten für die Entsorgung würden erforderlich sein, um die Wohnung vollständig zu räumen.
Angesichts des Umfangs des verbliebenen Hausstands war diese Schätzung durchaus nachvollziehbar. Gleichzeitig entstand die Idee, vor der eigentlichen Entrümpelung einen anderen Weg zu versuchen.
Ein zweites Leben für viele Gegenstände
In einem Haus mit rund 100 Parteien leben viele Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen. Warum also nicht den Bewohnerinnen und Bewohnern die Möglichkeit geben, noch nutzbare Gegenstände mitzunehmen?
Der Gedanke dahinter war:
- Nachhaltigkeit: Gut erhaltene Dinge sollten möglichst weiterverwendet werden, anstatt direkt im Container zu landen.
- Erinnerung: Viele Bewohner kannten die langjährige Mieterin persönlich und hatten über die Jahre Berührungspunkte mit ihr.
- Aufwandsreduzierung: Jedes Teil, das ein neues Zuhause findet, muss von der Entrümplungsfirma nicht angefasst und nicht von mir bezahlt werden
Mit Unterstützung von ChatGPT wurde ein Flyer erstellt und im Haus verteilt. Die Resonanz ließ nicht lange auf sich warten.
Ein Sonntagvormittag voller Begegnungen
Am nachfolgenden Sonntagvormittag kamen zahlreiche Bewohner vorbei, um sich die Wohnung anzusehen.
Dabei zeigte sich ein interessantes Bild:
- Manche stöberten ohne konkreten Plan durch die Räume und ließen sich überraschen.
- Andere waren gezielt auf der Suche nach bestimmten Gegenständen Stichwort Weihnachtskranz)
- Wieder andere gingen systematisch durch Schränke, Keller und Nebenräume.
Mindestens genauso bemerkenswert waren jedoch die vielen Gespräche. Zahlreiche Hausbewohner nutzten die Gelegenheit, sich an die ehemalige Bewohnerin zu erinnern. Es wurden Geschichten erzählt, gemeinsame Erlebnisse ausgetauscht und Erinnerungen geteilt, die über viele Jahre im Haus entstanden waren.
Für mich war das ein unerwartet schöner Aspekt dieser ansonsten eher organisatorischen Aufgabe.
Weniger Hausstand als erwartet
Am Ende wechselten deutlich mehr Gegenstände den Besitzer als ursprünglich erwartet.
Neben kleineren Gebrauchsgegenständen fanden auch größere und sperrige Möbelstücke neue Eigentümer. Sogar das Boxspringbett sowie ein Rollator aus dem Keller wurden übernommen.
Dadurch reduzierte sich das zu entsorgende Volumen deutlich.
Die Profis übernehmen
Anschließend rückte das Entrümpelungsunternehmen an.
Besonders beeindruckend war die Geschwindigkeit, mit der erfahrene Fachkräfte einen kompletten Haushalt auflösen können. Was zunächst nach einer langwierigen Aufgabe aussah, war innerhalb eines einzigen Arbeitstags weitgehend erledigt.
Auch die Mitarbeiter selbst fanden noch einige Gegenstände, die sie weiterverwenden konnten. Dadurch wurden zusätzliche Material vor der Entsorgung bewahrt.
Hausstand vor dem Haus


Ein kleines Problem zum Schluss
Ganz reibungslos verlief die Aktion allerdings nicht.
Der bestellte Müllcontainer wurde nicht rechtzeitig geliefert. Dadurch musste ein Teil der Arbeit am Folgetag noch einmal angefasst werden, um die bereitgestellten Gegenstände schließlich ordnungsgemäß zu entsorgen.
Ärgerlich, aber am Gesamtergebnis änderte dies nichts mehr.
Das Ergebnis: Besenrein
Nach der Entrümpelung zeigte sich die Wohnung erstmals seit vielen Jahren in einem Zustand, in dem die eigentliche Sanierung beginnen konnte.
Die leere Wohnung




Ausblick
Mit der abgeschlossenen Entrümpelung ist die Grundlage für die Sanierung geschaffen. Erst jetzt lässt sich der tatsächliche Zustand von Böden, Wänden, Türen und technischen Installationen beurteilen.
Im nächsten Artikel werde ich die Gewerke und die Auswahl der Handwerker und die finale Entscheidung für beauftragten Leistungen und Handwerker darstellen.
